Reiseberichte
Home
Hochzeitsreise
Reiseberichte
Bilder Teil 1
Bilder Teil 2
Bilder Teil 3
Bilder Teil 4
Braut
Bräutigam
Trauzeugin
Trauzeuge
Wir bedanken uns
Bildergalerie
Ballone
Darbietungen
Florian Mahrer
Julian Mahrer
Christian Mahrer
Gästebuch
Kontakt

Im Folgenden sind die Reiseberichte, die wir von unterwegs an unsere Familien, Freunde und Bekannte gesendet haben:

Cochabamba, 9. April 2006:

In Zuerich begann das grosse Abenteuer. Als wir am Air France-Desk bis Santa Cruz einchecken wollten, begann bereits das Stirnrunzeln der Dame. Ihr Comupter liess dies nicht zu. Sie buchte uns deshalb bis Sao Paolo ein, das Gepaeck wurde jedoch bis Santa Cruz eingecheckt. Sie meinte, wir sollen in Sao Paolo die beiden anderen Fluege einchecken.

Bis Sao Paolo ging die Reise auch ohne Zwischenfaelle gut. In Sao Paolo bekamen wir am zweiten Transfer-Desk dann wenigstens eine Boardingkarte bis nach Asuncion. Jedoch wurde unser Gepaeck mit einem anderen Flieger transportiert als wir. Und weder Gepaeck noch wir nahmen den Flug, den wir gebucht hatten. Nun, da das ganze nicht wirklich sauber ueberprueft worden war wurden wir mit einem Flieger transportiert, der erst eine Stunde spaeter ankam, als unser Flug nach Santa Cruz bereits abgeflogen war.

Drei Stunden und unzaehlige am Ende relativ laute Diskusionen spaeter hatten wir wieder unser Gepaeck, den Flug fuer den naechsten Tag, einen ordentlichen Stempel im Pass und sogar ein vierstern Hotelzimmer inkl. Verpflegung.

In Asuncion, Paraguay hatten wir am Abend noch Zeit fuer einen kleinen Stadtrundgang. Sehr beeindruckend waren die Unterschiede zwischen arm und reich. Und das nur ueber die Strasse: auf der einen Seite die schoensten Bauten, auf der Anderen die Slums, immerhin mit Wellblechdach.

Am Freitag gings dann weiter, direkt nach Cochabamba, den Flug hatten wir ja umgebucht. Am Flughafen holten uns Janine und Joaquin von der Spanischschule ab und brachten uns zu einer Familie. Bei der Familie wohnen wir in einem eigenen Doppelzimmer mit eigenem Bad. Am Abend machten wir noch einen kleinen Ausflug in die Stadt um Geld zu wechseln.

Am Samstag morgen war unser Ziel der Cristo. Jedoch haben wir dies aufgrund von Zeitmangel abgebrochen. Den Nachmittag haben wir mit nichts machen und mit Spielen verbracht.

Heute Sonntag haben wir uns besser auf den Ausflug auf den Cristo vorbereitet. Die 1250 Treppenstuffen auf 2500 MueM waren bei immer heisser werdenem Wetter recht happig. Wir wurden jedoch mit einer guten Aussicht belohnt.

Cochabamba, 18. April 2006:

Schon ist die erste Woche unserer Ferien vorbei! Karin spricht schon die ersten ganzen Saetze in Spanisch, verstehen tut sie schon ganz beachtlich. Der Einzelunterricht bei staendig wechelnden Professoras ist zwar anstrengend, aber bringt einem auch schnell weiter.

Am Nachmittag machen wir meistens die Stadt unsicher (wenn nicht gerade die Busfahrer streicken). Busfahren ist hier sowiso eine Sache fuer sich. Haltestellen gibt es sowiso nur auf dem Papier, der Bus haelt auf Verlangen, wenn es sein muss alle zwei Meter... Entsprechend schnell kommt man vorwaerts. Teilweise sind die Micros oder Trufis (wie die Busse hier genannt werden) massiv ueberfuellt. In einem Toyota-Bus mit 14 Plaetzen koennen locker 30 Personen transportiert werden, was nicht hineinpasst geht aufs Dach, oder sie klammern sich aussen fest. Wir hatten zum Glueck bis jetzt immer IM Bus Platz.

Am Samstag machten wir mit anderen Studenten einen Ausflug nach Parotani, einem Kaff etwa 35 km von Cochabamba weg. Von da weg wanderten wir den Geleisen (oder was davon uebrig war) nach, bis fast nach Vinto, ca. 18 km weit. Die Landschaft war wunderschoen, es hat allen sehr gefallen. Als es zu regnen begann waren wir erleichtert, als zufaelligerweise ein Trufi vorbeifuhr und uns wieder bis Cochabamba mitnahm.

Am Sonntag ging unser Ausflug mit etwas weniger compaeros nach Liriuni zu den Termalbaedern. Jedoch gingen wir nicht baden, da diese eher als Waschanstalt missbraucht wurden als als Bad... Wir gingen dem Weg entlang noch etwas weiter und höher bis fast 3500 MüM, bis ziemlich schnell Wolken aufzogen und wir total verregnet wurden. Deshalb machten wir bald kehrt. Auf dem Rückweg zitterten wir, als der Bus über die sowieso schon improvisierte, schmale, holzige und inzwischen auch noch nasse Brücke fuhr. Wir sind jedenfalls gesund nach Hause gekommen und haben den Rest des Sonntags im Trockenen verbracht, während draussen der Regen strömte. Regen im April ist in Bolivien sehr ungewöhnlich, so viel zum Klimawandel.

Cochabamba, 26. April 2006:

Wahrscheinlich zum letzten Mal schreiben wir von Cochabamba aus. Bald schon ist die schoene aber auch anstrengende (was zum Teufel ist Indefinito fuer eine Zeit und wie wird die gebildet?!?) Schulzeit vorbei und wir machen uns auf die Reise.

Letztes Wochenende waren Exkursionen angesagt. Am Samstag um fuenf Uhr fuhr unser Bus in den Tunari Nationalpark. Auf ca. 4200 Metern begann dann unsere Wanderung. Teddy und Stefan (ein weiterer Schweizer Schueler) bestiegen mit einem Fuehrer den ca. 5200 Meter hohen Tunari. Anuk und Karin haben bei ca. 4600 Metern schlapp gemacht und sind bei einem kleinen See geblieben. Wir haben die Natur und die Stille genossen. Ausserdem gab es Wildpferde zu beobachten. Ca 3 Stunden spaeter war die Kletterergruppe zurueck und wir sind zum Bus gewandert. Beim Abstieg machte sich das Kopfweg bemerkbar, die Hoehe setzt einem doch recht zu. Zu Hause hatte Karin dann noch einen kleinen Sonnenstich und ist ohne zNacht ins Bett.

Am Sonntag, zum Glueck erst um sieben, fuhr unser Bus nach Inka Llacta, das sind Inka Ruinen ca. 3-4 Stunden Busfahrt von Cochabamba entfernt. Die Busfahrt war sehr interessant, eigentlich fast spannender als die Ruinen selbst. (wer schon Mal solche Steinhaufen gesehen hat, weiss vielleicht was ich meine) Der Guia (Fuehrer), hat uns einige spaerliche Informationen gegeben, der Reisefuehrer ist fast ausfuerlicher. Trotzdem wars ein spannender Tag, an dem wir vor allem vom Busfahrer viel ueber das Land erfahren haben.

Hier noch ein paar Infos zu den Preisen in Bolivien 6 Bolivianos sind ungefaehr 1.-- CHF, auf dem Markt bekommt man gemaess den Lehrerinnen fuer 2 Bolivianos 25 Bananen, ein Mittagessen auf dem Land kostet 10 Bolivianos inklusiv Suppe, dafuer kosten ein Snickers (ja, das gibt es hier in der Stadt auch!) 6 Bolivianos

Soviel fuer den Moment, am naechsten Wochenende gehen wir mit den anderen Schuelern noch ins Chapare (= Urwald) und am Montag reisen wir dann nach Mizque

Cochabamba, 5. Mai 2006:

In der Zwischenzeit sind wir zurueck in Cochababamba, die Stadt scheint uns immer wieder anzuziehen. Eigentlich wollten wir nur fuer eine Nacht hier bleiben und heute weiter nach La Paz, aber da die Busfahrer wiedermal streiken bleiben wir noch eine Nacht laenger hier... macht auch nichts, so haben wir noch Zeit einige Sachen zu erledigen...

In der Zwischenzeit haben wir ein spannendes Dschungelwochenende verbracht und Mizque besucht.

Nach einer 4 1/2 stuendigen Fahrt hatten wir am Freitagabend das Haus (gehoert zur Schule) im Chapare (Urwald) erreicht. Wider erwarten war es ein richtiges Haus, und nicht nur eine Plattform im Urwald. Der Dachstock ist offen und dort hat es Haengematten, die zum Verweilen einluden. Kurz nachdem wir angekommen waren machten sich die Maenner zu einem ersten Urwaldtripp im Dunkeln bereit. Tenu: lange Hosen, langes Hemd, Socken ueber die Hosen und Wanderschuhe und Taschenlampen, und das bei ca. 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit. Nach einigen Erzaehlungen ueber die vielen gefaehrlichen Insekten, die nachtaktiv sind, haben wir Frauen dankend abgelehnt und erst mal die Haengematten genossen... Die Abenteurer sind gesund wieder zurueck gekommen, ohne gross etwas erlebt zu haben. Die gefaehrlichsten Tiere die gesichtet wurden waren riesen Ameisen, nach deren Stich man scheinbar 24 Stunden schlafen wuerde...

Am Samstag machten wir und dann auf zum Dschungeltripp. Eine easy Wanderung hatte uns die Schulleiterin versprochen. Etwas skeptisch waren wir schon, wie passt easy und wandern bei 30 Grad zusammen? Der Bus fuhr uns bis an den Rio Spiritu Santus, wo wir erst mal ueber Stock und Stein ans Ufer kletterten. War nun Schwimmen angesagt? Ah nein, Fredy unserer Fuehrer pfiff einmal und von der anderen Seite kam ein Kanu angeschwommen. So setzten wir ueber, nasse Fuesse haben wir schon mal bekommen. Danach begann die eigentliche Wanderung im Regenwald, wobei uns Fredy einige interessante Pflanzen und Insekten zeigte. Nach kurzer Zeit hatten wir alle nasse Fuesse, da wir einige Baeche durchqueren mussten. Am Nachmittag, nach einer Rast an einem Fluss, mit interessanten riesigen Spinnen (iiiii, aber die Maenner wahren fasziniert), wanderten wir dann durch den Fluss zurueck. Das Wasser war machmal fast huefthoch, war ein lustiges und spannedes Erlebnis, aber auch sehr anstrengend und sandig... Teddys Wanderschuhe haben die Tortur im Wasser uebrigens nicht ueberlebt, die mussten wir entsorgen.

Den Sonntagmorgen haben wir noch am Rio Spiritus Sanktus verbracht, wo wir gebadet und gesuennelet haben. Nach einem mega feinen Mittagessen (endlich mal nicht traditionel Bolivianisch) wars auch schon Zeit wieder zuerueck zu fahren. Die Heimfahrt war recht abenteuerlich, Pedro unser Englaender hatte mehr als einmal die Augen zu, wenn unser Kleinbus im dichten Staubnebel einen Lastwagen ueberholte... (oh jesus ...)

Am Montag fuhren wir dann mit dem Bus nach Mizque, wo wir bei Schwester Maria in der Krankenstation ein Gaestezimmer bekommen haben. Nein wir sind nicht krank gewesen, Schwester Marie ist die Krankenschwester, die Teddy auf die Welt gebracht hat, deshalb haben wir dort natuerlich Obdach bekommen.

Mizque ist verglichen mit Cochabamba ein total friedlicher Ort, man kann ohne Probleme spazieren gehen und auf der Plaza sitzen, ohne das alle 2 Minuten ein Schuhputzer vorbei kommt oder jemand um Geld bettelt. Am Dienstag haben wir die verschiedenen Projekte des Vereins Mizque angeschaut, wir wurden vom Projektleiter Jesus und einigen anderen Maennern des Dorfes rumgefuehrt. War sehr interessant und man sieht dass das Geld hier gut verwendet wird. http://www.mizque.ch Mittwoch war dann Waesche waschen (juhuu, Schwester Maria hat eine Waschmaschine!) und relaxen angesagt. Eigentlich wollten wir ja mit dem Zug zuerueck nach Cochabamba. Aber nachdem in Mizque niemand etwas von einem Zug wusste, haben wir das Vorhaben wieder aufgegeben und den Bus genommen.

Nun sind wir also wieder in Cochabamba, hoffentlich faehrt morgen der Bus nach La Paz... von dort werden wir nach Copacabana weiterreisen und einen kurzen Abstecher nach Peru machen, damit wir nochmals 30 Tage in Bolivien bleiben duerfen.

Coroico, 13. Mai 2006:

Offiziell war immer noch Streik angesagt, aber es hatte genug Fahrer, die ihre Busse trotzdem fuellten. Wir mussten 4 Stunden warten, bis der Bus schliesslich fuhr und die Fahrt dauert gute sieben Stunden. So kamen wir schlussendlich nach einem langen Tag in La Paz an und waren froh in einem angenehmen Hotel zu sein. Am naechsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach einer Autovermietung. Am Mittag hatten wir schliesslich unser Auto und fuhren in Richtung Copacabana am Titicacasee. Eigentlich wollten wir den "Landweg" ueber Peru nehmen, damit waere auch gerade unser Einreisestempelproblem geloest gewesen. Aber laut der Vermietung ist es nicht erlaubt, mit einem gemieteten Auto nach Peru zu fahren. Darum waehlten wir den Weg mit der Faehre ueber den See (Bilder folgen), welcher sich als sehr spannend herausstellte. In Copacabana angekommen stellten wir das Auto im Hotel ab und fuhren mit dem ueberfuellten Truffi (Kombi mit ca. 11 Personen drin) nach Kasani, an die Grenze nach Peru. Gemaess unserer Schulleiterin sollte es kein Problem sein, fuer eine Stunde nach Peru auszureisen. Das Ausreisen war auch kein Problem. Als wir jedoch dem peruanischen Beamten erklaerten, das wir eigentlich gleich wieder zurueck wollten, meinte der: wir muessten 24 Stunden im Land bleiben. Aber wir sollen doch mal ins Nahe Dorf gehen, etwas spaeter koenne man darueber diskutieren.... So kamen wir nach einer Stunde wieder an den Zoll und es war ein anderer Beamte anwesend. Nun waren wir gespannt. Der Beamte schaute in unsere Paesse und sagte, er koenne uns nicht gehen lassen, am naechsten Tag koennten wir ausreisen. 24 Dollar spaeter hatten wir dann unseren Ausreisestempel und durften wieder nach Bolivien. Wenigstens gab es bei der Einreise keine Probleme und nun duerfen wir wieder 30 Tage im Land bleiben. Nach diesem Abenteuer hatten wir uns das relaxen verdient.

Mit dem Boot gings am naechsten Tag zur "Isla del Sol" wo wir etwas wanderten und die schoene Umgebung genossen. Die Inkaruinen waren nicht wahnsinnig ueberwaeltigend dafuer war die Aussicht auf den riesigen See super. Zuerueck in Copacabana kletterten wir auf den Hausberg (knapp 200 Hoehenmeter auf 4000 mtr) um den Sonnenuntergang zu bewundern. Hat sich wirklich gelohnt auch wenn es sehr anstrengend war und sicher noch 100 andere "Lonely Planet" Leser oben waren.

Am naechsten Tag fuhren wir nach Tihuanacu, wo wir eine Nacht blieben und am naechsten Morgen die Ruinen der Stadt besichtigten. War sehr eindruecklich, endlich mal ein Ort, wo Bolivien etwas aus seiner Vergangenheit macht. Es hat 2 neue Museen die sehr interessant sind und eine riesige Ausgrabungsstaette zu besichtigen. Lustig ist noch der Preisunterschied, Teddy als Bolivianer bezahlte 10 Bolivianos Eintritt, waehrend Karin als Schweizerin 80 Bolivianos bezahlen durfte. Am Nachmittag fuhren wir nach La Paz, wo wir nach einigem Suchen und vielen Umwegen, aber unfallfrei die Autovermietung wieder fanden. Karin fuehlte sich unterdessen ziemlich schlecht, Durchfall und Erbrechen blieben nicht aus. Teddy fing dann 3 Stunden spaeter auch noch an und so verbrachten wir den naechsten Tag mehr oder weniger im Hotel. Anscheinend hatten wir etwas Schlechtes gegessen oder spuerten wir einfach die Hoehe? Um unseren Koerpern etwas Ruhe zu goennen beschlossen wir dann, nach Coroico zu fahren, das nur auf 1700 mtr ist. Sicher ist das wir in Coroico besser schlafen konnten, ausserdem bekommt man mehr Luft, es ist nicht mehr alles soooo anstrengend. Die Fahrt durch die Yungas war uebrigens wirklich spektakulaer, manchmal fragt man sich wirklich, wie die Autos und Busse kreuzen koennen. Heute werden wir die Sonnen und den Pool geniessen und morgen gehts dann zurueck nach La Paz.

Potosi, 22. Mai 2006:

Nachdem wir uns in Coroico gut erholt hatten, haben wir die angenehmen Temperaturen wieder mit dem Gefrierpunkt ausgetauscht. Wir sind ohne Probleme wieder nach La Paz gelangt. Am naechsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Oruro. Gemaes Reisefuehrer dauert die Fahrt drei Stunden. Am Terminal de Buses haben wir festgestellt, dass wieder mal gestreikt wird, was wir uns aber schon gewohnt sind. Etwas rar waren die Busse nach Oruro, jedoch hatten wir Glueck und bald einen erwischt. Irgendwo mitten in der Pampa hat ein 20 Meter LKW gewendet. Fuer unseren Chauffeur ein klares Indiez fuer eine Strassenblockade der Streikenden. Also fuhren wir einen riesen Umweg mitten durch das Niemandsland. Zwei mal mussten wir dabei die Geleise ueberqueren. Das zweite Mal hatten wir einen anderen Bus vor uns, der sich beim Versuch gleich aufgebockt hatte (der Bahnuebergang war eher inoffiziell und vor allem fuer Traktoren und Off-Road-Jeeps gedacht). Als jedoch alle ausgestiegen waren schaffte der Bus es weiterzukommen. Unser Bus konnte den Bahnuebergang ohne Probleme ueberqueren. Die Bahnlinie ist offiziell stillgelegt und wenn dann fahren die Zuege hier auf Sicht und koennten anhalten. Nach gut fuenf Stunden waren wir dann in Oruro angekommen.

Am naechsten Tag gings dann weiter mit dem Zug nach Uyuni. Die Bahnlinie fuehrt teilweise ueber einen Damm mitten durch einen See, was eine spezielle Aussicht bot und auch sehr spannend war. Leider war der zweite Teil der Fahrt in der Nacht. In Uyuni angekommen wurden wir von diversen Tourveranstaltern ueberrumpelt, wir konnten uns jedoch losreissen und ein Hotel suchen.

Am Tag darauf liessen wir uns dann auf das Gestuerm ein und buchten eine Viertages-Salar-Tour. Die erste Nacht verbrachten wir in einem (fast) nur aus Salz gebauten Hotel mitten im Salar. Der Salar selbst hat dieselbe Flaeche wie ein viertel der Schweiz. Die Aussicht ist wie auf dem Meer, nur dass man auf dem Weiss spazieren kann. Der Sonnenuntergang und die Sterne in der Nacht waren einmalig und wahnsinnig faszinierend. Jedoch wurde es in der Nacht auch bitter kalt.

Mit drei Stunden verspaetung wurden wir am Tag darauf abgeholt und die Tour ging weiter zur Isla del Pescado (weil sie wie ein Fisch aussieht, die Einheimischen nennen sie jedoch isla inca huasi, Haus des Inka). Auf der Insel gibt es bis zu 1200 Jahre alte Kakteen zu sehen. Danach ging es weiter nach San Juan. Hier wurde es in der Nacht noch kaelter als auf dem Salar, Heizung ist in Bolivien vielerorts ein Fremdwort.

Der wohl spannendste Tag der Tour war der dritte Tag. Da gab es Lagunen mit Flamingos, Fuechse, Lamas, gazellenartige Tiere, Vulkane und vom Wind geformte Felsen zu bestaunen. Unsere Uebernachtung war an der Laguna Colorada, einem Rot-Orange farbenen See auf 4300 MueM. Sobald die Sonne weg war, gab es nur noch den Wind. Brrrrrrrr. Wir dachten wir muessten erfrieren und verzogen uns bald in die Schlafsaecke unter den vier Wolldecken.

Um 4:30 Uhr wurden wir geweckt und die Reise ging weiter zu den Gesyren auf fast 4900 MueM. Es war immer noch eisig kalt, da auch die Heizung im Auto nicht funktionierte. Noch ein paar km weiter kamen wir an die Laguna Blanca mit Termalquellen mit fast 30 Grad warmem Wasser. Es brauchte Ueberwindung sich auszuziehen, denn 10m von den Quellen weg war das Wasser gefroren und die Luft auch entsprechend kalt. Mal im Wasser war es sehr angenehm, die Fuesse konnten wieder auftauen... Nur wir mussten mal wieder raus da... Einen km weiter war die Laguna Verde, ein Tuerkis-Gruener See, der dank den Mineralien erst bei Minus 20 Grad gefriert. Auch etwa so kalt war der Wind... Auf dem Rueckweg nach Uyuni machten wir einen kurzen Halt im Valle de Rocas. Die ganze Gegend war eine Lava-Fels-uebersaehte Landschaft welche vom Wind in bizarre Figuren geformt wurde. Kurz vor dem Sonnenuntergang konnten wir noch das Cementerio de Trenes besichtigen, ein Friedhof von Dampflokomotiven aus den Jahren 1870 bis 1970, bzw was davon nicht schon andersweitig weiterverwendet werden konnte. In Uyuni freuten wir uns ueber eine warme Dusche und ein sauberes und funktionierendes WC!

Gestern fuhren wir mit dem Bus nach Potosi. Die Landschaft hat uns sehr fasziniert, denn sie war sehr abwechslungsreich.

Leider konnten wir heute La casa de la Moneda nicht besuchen, denn die ehemalige Muenzpraegestaette und heutiges Museum war geschlossen. Der vor drei Jahren noch im Bau befindliche Aussichtsturm ist heute fertiggestellt, da wir aber auf dem Weg dorthin komischen Gestalten begegneten, haben wir unser Ziel Ziel sein lassen und sind wieder zurueckgegangen. In einem Chinesischen Restaurant (das fast ausschliesslich bolivianisches Essen servierte) stuerzte waehrend wir assen 10 cm neben unserem Tisch eine Lampe von der Decke. Die beiden Leuchtstoffroehren mit schwer aussehendem Metallgehauese war ausschliesslich am Stromkabel befestigt. Wir haben unser Essen stehen gelassen und sind an die Frische Luft gefluechtet.

Birmensdorf, 2. Juni 2006

Am Dienstag sind wir dann in Potosi in den Zug in Richtung Sucre gestiegen. Im Reiseführer stand etwas von einer Touristenattraktion, die wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also standen wir um halb acht morgens am Bahnhof und schauten uns das Gefährt an, das hier "Ferrobus" genannt wird. Es ist ein Bus, der statt auf der Strasse auf den Schienen fahren kann. Mit diesem Dings fuhren wir dann in gut 7 Stunden von Potosi nach Sucre, der normale Bus braucht gerade mal 3 Stunden. Bald war auch klar warum, sobald sich die Schienen von der Stasse trennten musste der Zug alle 500 m anhalten um jemanden ein- oder aussteigen zu lassen. Die Leute hier halten nicht viel von offiziellen Haltestellen. Schlussendlich kommen wir doch noch an, aber nicht am Bahnhof von Sucre, sondern in einem kleinen Dorf unterhalb von Sucre. Von dort nehmen wir ein Taxi in die Stadt, wo wir im Hotel Carchas ein schönes gemütliches Zimmer finden. Sucre ist wirklich eine hübsche Stadt, viele Häuser sind weiss angemalt und es hat mega viele Kirchen. Per Zufall war auch noch gerade ein Feiertag: 25 de Mayo (Die erste Unabhängigkeitserklärung Südamerikas, so ähnlich wie der 1. August bei uns) und überall fanden Paraden statt und sogar der Präsident war in Sucre. Wir haben ihn aber nicht gesehen.... dafür jede Menge Militärparaden mit Musik... ausserdem durften wohl sämtliche Schüler im Land an den Paraden teilnehmen, die wollten nicht mehr aufhören...

Das Klima in Sucre wahr übrigens sehr angenehm, tagsüber so zwischen 25 und 30 Grad, Sonnenschein und am Abend kühl bei 5-10 Grad. Wir haben die Sonnenterrasse des Hotels genossen, vor allem in den Stunden vor dem Sonnenuntergang wahr es wunderschön. Die Zeit in Sucre haben wir mit Stadtrundgängen und der Besichtigung von Dinosaurierspuren verbracht. In einem Zementwerk etwas ausserhalb wurden vor kurzer Zeit Spuren von Dinosauriern und anderen Tieren entdeckt, die jetzt besichtigt werden können. Am Sonntag haben wir noch einen Ausflug an den Markt von Tarabuco gemacht. Dieser Markt wurde als grösster und schönster Textilienmarkt von Bolivien angepriesen.... Die vielen farbigen Stoffe waren schon noch schön anzusehen. Die typischen Marktfrauen haben das Geschäft erlickt und verlangen 5 Bolivianos für ein Foto, was wir etwas übertrieben fanden, an anderen Orten verlangten die Leute 1 Boliviano. Na ja, die Touris zahlen und dann ists ja auch in Ordnung. Wir kauften uns schlussendlich ein Tischtuch und eine Hängematte.

Am Montag flogen wir dann über La Paz nach Santa Cruz. Den Flug hatten wir am Freitag gebucht, da hiess es wir sollten um zehn Uhr am Flughafen sein, der Flug sei um elf Uhr. Das haben wir dann auch gemacht, aber als wir eingecheckt hatten hiess es plötzlich, der Flug gehe um 12.50 Uhr statt um elf. Na ja... soviel zum Flugplan. Sicherheitschecks wie Durchleuchten von Handgepäck oder Personen wurden Mangels Infrastruktur weggelassen. Wieso auch, ist ja nur ein Inlandflug. Immerhin war es eine B727.

Der Flug an sich war spannend, die Aussicht auf die Berge wunderschön. Nach dem Zwischenstop in La Paz hat man das Gefühl das Flugzeug kommt nicht mehr in die Luft. Kein Wunder, der Flughafen ist ja schon auf 4100 müM. Lustig war übrigens noch, das wir in La Paz gesehen haben, wie Teddys Rucksack ausgeladen wurde, den hatten wir schon abgeschrieben. Ein paar Minuten später wurde der Rucksack dann aber wieder von einem Arbeiter ins Flugzeug zurück gebracht.. Und in Santa Cruz war der Rucksack dann prompt nicht beim Gepäck dabei.. Na ja, wir wussten ja, dass er irgendwo sein musste und konnten nachfragen. Und oh Wunder, der Rucksack war im Gepäckdepot mit einer Etikette Bestimmungsort zu prüfen....

In Santa Cruz genossen wir die tropische Wärme (30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit) noch etwas und wir haben uns (zum ersten Mal in den 2 Monaten) in einem Cafe ein Glace genehmigt.. Es war ziemlich windig und stürmisch, aber auch schön, wiedermal im T-Shirt rumzuhängen.

Am Mittwoch gings dann los Richtung Schweiz. Natürlich wahren wir viel zu früh am Flughafen... Einchecken brauchte lange (ca. 30 Minuten) dafür hatten wir nachher die Boardingcards bis Paris in der Tasche. Unser erster Flug wahr für 16:05 geplant und laut der Anzeigetafel on time. Nur hatten wir auch gesehen, das der Flieger (von Asuncion kommend) erst um 16:30 (statt 14:00) ankommen würde. Na ja, da wahren wir mal gespannt.. vor allem da wir in Asunicion nur 20 Minuten Zeit zum Umzusteigen hatten.

Als wir etwas vor der Boardingtime durch den Zoll wollten, wurde uns mitgeteilt, dass der Zoll erst in 30 Minuten geöffnet wurde. Na ja, das ist halt Bolivien. Schlussendlich durften wir doch noch in die Wartehalle und weit und breit kein Flugzeug. Der Monitor zeigte wacker Boarding nur wohinein? Um 16.10 setzte der Flieger auf der Landebahn dann doch noch auf. Sage und schreibe 13 Minuten später waren wir bereits in der Luft, auch in Bolivien kann es schnell gehen, wenn man will... Danach hat alles wunderbar geklappt, wir haben alle Anschlüsse erwischt und nun sind wir wieder in der Schweiz... Am meisten haben wir uns auf die warme Dusche und unser neues Bett gefreut. Leider scheint die Sonne in Bolivien geblieben zu sein!

Hiermit möchten wir uns nochmals ganz, ganz herzlich bei allen Bedanken, welche uns bei dieser Reise in irgendwelcher Form unterstützt haben! Es war wirklich eine wunderschöne Hochzeitsreise!

Karin und Teddy


Reisebericht von Teddy in Canada 1996

Reisebericht von Teddy in Schweden 1997